Herzlich Willkommen auf der Gänsewelt! Abenteuer Zoo     Über mich     Impressum
GeraldStock

Exkursionen
Führungen
Petition
Kein Platz für wilde Gänse?
Gänsejagd? Eine Analyse
Gänsedämmerung
Graugansfamilie Gisela Albrecht
Willkommen auf der Gänsewelt!


Ein eigenes Portal über Gänse?
Gänse sind äußerst spannende Vögel, die viele Menschen mit ihrem Sozialverhalen fesseln, sobald sie angefangen haben, sich mit ihnen zu beschäftigen. Denn Gänse sind sehr gesellige Tiere, die nicht nur eine lebenslängliche Ehe, sondern auch dauerhafte Kontakte zu Familienangehörigen und Bekannten pflegen.

Um so mehr erschüttert es, daß in Bayern erst vor kurzem die Jagdzeiten geändert wurden, und Grau- und Kanadagänse sowie auch Nilgänse (die zu den Halbgänsen zählen) vom 1. August bis 15. Januar durchgehend und planlos geschossen werden dürfen!

Protestieren Sie hier:
Link zur Petition

Nähere Erläuterungen siehe unten

Gänse bzw. Echte Gänse (Anserini) gehören zur Familie der Entenvögel (Anatidae) in der Ordnung Gänsevögel (Anseriformes). In mindestens 16 Arten und zahlreichen Unterarten (die Zuordnung ist nicht einheitlich und immer mal im Fluß) sind Echte Gänse zirkumpolar auf der Nordhalbkugel verbreitet, mit einem Arten-Schwerpunkt im arktischen und subarktischen Raum.
Dieses Portal beschäftigt sich vornehmlich mit Gänsen, die in Deutschland brüten. Fundierte Informationen über nordische Gänse finden Sie auf www.blessgans.de und www.anser.de

Echte Gänse sind recht große, kompakt gebaute Wasservögel (Körperlänge 53-100 cm, Flügelspannweite 105-175 cm) mit mittellangen, geraden Hälsen und einem keilförmigen, mit hornplatten "bezahnten" Schnabel, mit dem sie ihre Nahrung - Gräser, Kräuter und auch mal Wasserpflanzen, Laub oder Wurzeln - gezielt abzupfen können. Bevorzugt suchen sie ihre Nahrung an Land, so daß sie auch weit ab von Gewässern angetroffen werden können.

Bei Echten Gänsen gibt es keinen Geschlechtsdimorphismus und keine Saisonkleider, was heißt, daß Ganter und Gans das ganze Jahr gleich aussehen. Die Ganter werden statistisch gesehen aber etwas größer und schwerer als die Weibchen. Die Paare bleiben (im Normalfall) ein Leben lang und das ganze Jahr über zusammen und machen alles gemeinsam, so auch die Jungenaufzucht. Es gibt aber eine Rollenverteilung, wobei der Ganter seine Partnerin und - falls vorhanden - die Jungen beschützt. Außerhalb der Brutzeit geht meist das Männchen vor, bei Jungen-führenden Paaren ist es meist das Weibchen.

Das Weibchen wählt außerdem den Nistplatz aus. Sie baut das Nest allein und brütet das Gelege allein aus. Das Männchen bleibt in der Nähe und wacht, daß sie nicht gestört wird. Nur zur Verteidung des Nestes sucht er den Nistplatz auf. Er steht außerdem dabei, wenn der Nachwuchs schlüpft. Spätestens 24 Stunden später wird das Nest verlassen.

Die Jungen - Gössel genannt - werden nach 10 Wochen flugfähig, sie werden aber mindestens bis zum Beginn der nächsten Brutzeit von den Eltern betreut, gelegentlich sogar bis zu 3 Jahre. Folglich ist maximal eine Brut pro Jahr möglich, wobei pro Jahr nur 20 % der Gänse überhaupt brüten, während 80 % des Bestandes als sogenannte Brutreserve fungieren.

Während ihres ersten Lebensjahres lernen die Gänse die Zugwege von ihren Eltern, aber auch vieles am Verhalten scheint nicht angeboren zu sein, sondern wird durch Nachahmung der Eltern erlernt, so wie der Gössel auf dem Foto links das Drohverhalten des Elternvogels einfach 1:1 imitiert.

Die Lebenserwartung der Gänse kann über 20 Jahre betragen. Die wenigstens Gänse werden jedoch so alt. Die meisten Gänse sterben bereits, bevor sie flügge werden, also innerhalb der ersten 10 Wochen. Altvögel haben mindestens seit der letzten Eiszeit keine natürlichen Feinde, Jungvögel hingegen um so mehr.

Doch einigen Jägern ist das noch nicht genug. Sie bilden sich ein, bei einer Tiergruppe, die bei Jagddruck allein durch Mobilisierung der Brutreserve ihre Vermehrung auf das Fünffache steigern kann, durch Bejagung den Bestand regulieren oder lenken zu können.

Protestieren Sie hier gegen diesen Irrsinn:
Link zur Petition

Stattdessen sorgen sie nur für Verletzungen und für Tierleid unter diesen Vögeln, die lebenslängliche Beziehungen eingehen, und oft auch für Leid bei vielen Menschen, die diese faszinierenden Vögel beobachten wollen.

Naturfreunde haben sich zu einer Interessengruppe Wasservögel zusammengefunden und eine Petition zum Schutz der Gänse und anderer Wasservögel gestartet, damit Deutschland endlich seinen Verpflichtungen zum Schutz heimischer und ziehender Wasservögel nachkommt.
Die Forderungen der Petition sind:

Die sofortige Rücknahme der neuen Jagdzeitenregelung solange eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht deren Unbedenklichkeit für den Erhaltungszustand einheimischer und europäischer Wasservogelpopulationen erwiesen hat
Eine generelle Jagdruhe für Wasservögel von Oktober bis November zum Schutz von Zugvögeln
Einen Mindestabstand von Jagdhandlungen von 300 Metern zu Mauserplätzen zum Schutz von Mauservögeln
Die Abschaffung der Jagdzeiten auf Bleßgänse, Saatgänse und Ringelgänse: Bei diesen Arten handelt es sich um in Bayern sehr seltene Zugvögel; Ringelgänse kommen praktisch nicht vor, insgesamt nimmt ihr Bestand ab; bei den Bleßgänsen besteht die Gefahr einer Verwechslung mit den bedrohten Zwerggänsen, bei Saatgänsen besteht die Gefahr von Abschüssen der seltenen Kurzschnabelgänse und Waldsaatgänse
Die Genehmigung von Gänsejagden frühestens ab 15. August nach Beendigung der Mauser der Gänse ausschließlich in Gebieten, in denen Managementpläne die Abschußzahlen regeln sowie geeignete Duldungszonen für Gänse ausgewiesen und umgesetzt worden sind

Unterstützen Sie die Petition und unterschreiben Sie hier:
Link zur Petition

ERLÄUTERUNGEN:

Die bayerischen Jagdzeiten auf Grau- und Kanadagänse wurden erweitert und eine Jagdzeit für Nilgänse eingeführt, alle drei Arten dürfen ab sofort jährlich vom 1. August durchgängig bis 15. Januar geschossen werden.

Für den Erhaltungszustand der Graugans trägt Deutschland laut BfN-Kriterien in besonderem Maße Verantwortung, für Bleß-, Saat- und Ringelgänse sogar in besonders hohem Maße. Das heißt, daß das Überleben dieser Arten entsprechend gefährdet ist, wenn sie in Deutschland nicht ausreichend geschützt werden. Bei der Kanadagans - früher auch Trompetergans genannt - handelt es sich um einen eingebürgerten, aber inzwischen heimischen Brutvogel. Die Nilgans ist keine echte Gans im engeren Sinne, sondern eine Halbgans. Sie wurde ebenfalls in Europa eingebürgert und breitet sich seither selbständig aus.
Ohne Abschußpläne oder Zielvorgaben liegt es im Ermessen der Jäger, wieviele Gänse geschossen werden - praktisch dürfen sie 5 1/2 Monate lang schießen, solange sie noch Gänse in ihrem Revier antreffen.

Dies, obwohl in der Vergangenheit die Jagd jeden Nachweis schuldig geblieben ist, die gewünschten Effekte auf die Lenkung oder die Regulation von Gänsebeständen zu haben.

Gesunde adulte (ausgewachsene) Gänse haben in Mitteleuropa keine natürlichen Feinde, daher haben sich während ihrer Evolution eine Reihe von Mechanismen herausgebildet, mit denen sie selbst ihre Bestände regulieren. Durch Bejagung werden alle diese Mechanismen außer Kraft gesetzt - so daß der Gänsebestand sogar deutlich ansteigen kann! Am Starnberger See, wo seit einigen Jahren besonders Kanadagänse streng bejagt werden (in manchen Jahren bis zu 70 % des Bestandes), hat sich bei gleichbleibendem Gänsebestand die Anzahl der aufgezogenen Jungvögel im Vergleich zum Zeitraum vor der Bejagung verdoppelt. Dies dient der Rechtfertigung, die Bejagung auch weiterhin fortzuführen, doch ist es eine Folge der Jagd. Im gleichen Zeitraum hat sich der Bestand der Graugänse dort fast verdreifacht - ein Teufelskreis wurde losgetreten...
Erfahren Sie unter Kein Platz für wilde Gänse? näheres darüber, weshalb es völlig unmöglich ist, durch Bejagung die Bestände heimischer Gänse zu regulieren.
Bejagung kann allenfalls unter bestimmten Voraussetzungen eine unterstützende Maßnahme bei der Lenkung von Gänsebeständen sein, doch dafür müßten erstmal geeignete Duldungsflächen für die Gänse ausgewiesen und die Jäger entsprechend geschult sein.

Für Kanadagänse und auch für Nilgänse, die keine festgelegte Brutzeit haben, kommt eine Bejagung zum 1. August zu früh. Zu diesem Zeitpunkt lernt der Nachwuchs gerade fliegen oder steht noch davor, so daß die Gefahr für die unerfahrenen Jungvögel, bei einer Bejagung in Panik gegen Hindernisse wie Bäume zu fliegen und sich schwer zu verletzen oder den Anschluß an ihre Familie zu verlieren, sehr groß ist. Die Altvögel kommen zu diesem Zeitpunkt aus der Schwingenmauser und habe ihre volle Flugfähigkeit noch nicht wieder erreicht.

Kanadagänse brüten später im Jahr als Graugänse, ihr Nachwuchs schlüpt im Mai, in Ausnahmefällen auch im April und Juni. Damit sind die Jungvögel zu Beginn der Bejagung noch nicht flügge oder werden es gerade - in jedem Fall haben sie keine Flugerfahrung. Gleichzeitig sind sie zu diesem Zeitpunkt kaum noch von den Altvögeln zu unterscheiden. Junge Gänse werden ein Jahr lang von ihren Eltern betreut; verlieren sie den Anschluß an die Elterntiere - in Panik oder weil diese geschossen wurden - sinken ihre Überlebenschancen dramatisch. Unter diesen Umständen verbietet der Tierschutz (und im übrigen auch das Jagdgesetz) eine Bejagung.
Gleiches gilt für die Nilgans. Die Brutzeit der Nilgänse ist nicht festgelegt, sie können noch im Sommer Nestjunge führen.

Auch viele andere Wasservogel-Arten mausern auf unseren Gewässern bis in den September hinein, etliche davon können - ebenso wie die Gänse - während der Schwingenmauser nicht fliegen. Durch eine Bejagung der Gänse bereits Anfang August werden diese Mauservögel extrem beunruhigt.

Viele Wasservögel durchleben eine Schwingenmauser, bei der alle Schwungfedern gleichzeitig abgeworfen werden und sie - je nach Art - für drei bis vier Wochen flugunfähig sind. In dieser besonders sensiblen Phase suchen die Wasservögel zentrale Mauserplätze auf. Aus weiten Teilen Europas kommen dabei auch Mauservögel nach Deutschland. Jagdhandlungen im August und September stören die Mauser von Arten, die spät im Jahr mausern, wie Zwerg- und Schwarzhalstaucher, bzw. treffen insbesondere erfolgreich brütende Entenweibchen, da diese erst sehr spät die Mauserplätze aufsuchen, wie Reiher-, Knäk- und Schnatterente.
Zu Mauserplätzen ist daher ein ausreichender Abstand einzuhalten.

Unterstützen Sie die Petition und unterschreiben Sie jetzt:
Link zur Petition


Fotos von oben nach unten: Titel Gerald Stock (Graugansgössel), 1 Gisela Albrecht (Graugans mit Gösseln), 2 Gabriele Maier (Kanadaganspaar mit Gösseln), 3 Gisela Albrecht (Grauganskopf), 4 Carsten Finis (Streifengans-Paar), 5 Gisela Albrecht (Graugansnest), 6 Claudia Neumann (Graugänse), 7-8 Silke Sorge (Graugansgössel, Nilgans), 9 Gabriele Maier (Nonnengansfamilie), 10-12 Silke Sorge (Streifengans, Kanadagans, Nilgans), 13 Gisela Albrecht (Graugansgössel), 14 Silke Sorge (junge Graugans), 15 Gabriele Maier (Kanadagansgössel)